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berlinkriminelles EXTRA

 

Akute Menschenrechtskrise im Iran angemahnt
Der Fall "Yasmin K."

von C. Rockenschuh

Vier prominente, engagierte, iranisch gebürtige Frauen machten am 19. September 2007 in einer kleinen, exklusiven Pressekonferenz auf die akute Menschenrechtskrise und die seit 1988 vermutlich größte Hinrichtungswelle im Iran aufmerksam. Verschleppung, Hinrichtung, Steinigung, Rechtlosigkeit für Frauen und Kinder. Was kann Deutschland gegen diese Tragödie tun, fragten die Sängerin Nazanin Afshin-Jam ("Miss Canada"), die Informatikerin und ARTEMIS e. V.-Gründerin Mahin Arjomand, Opernsängerin Nazila Bawandi sowie die Berliner Schauspielerin und Sängerin Jasmin Tabatabai in einer durch die Bundestagspräsidentin a. D. Prof. Dr. Rita Süssmuth moderierten Pressekonferenz.

Iran als Atommacht eine Gefahr für den Weltfrieden. Das ist derzeit neben dem durch den französischen Außenministers Bernard Kouchner projizierten Menetekel eines erneuten Krieges das Topthema der Woche. Muss dem Iran jetzt a lá Irak endlich auf die Finger geklopft werden oder sind die diplomatischen Mittel noch nicht ausgeschöpft?

Jenseits solcher Konfrontationssehnsüchte gibt es aber auch ein Leben hinter der Kulisse, ein Leben innerhalb der restriktiven Diktatur. In welche Lage ein anhaltendes Wirtschaftsembargo die Zivilbevölkerung eines Landes bringt, und welche Überraschungen und Fallstricke das hiesige Strafrecht Jahrzehnte später nach der "Befreiung" für Exilanten noch bereit hält, hat das Beispiel des Irak gezeigt ('berlinkriminell.de' berichtete)

Aus aktuellem Anlass gaben vier prominente iranische Frauen moderiert durch Bundestagspräsidentin a. D. Prof. Dr. Rita Süssmuth im Berliner Bundespressezentrum heute, am 19. September 2007, eine kurze Pressekonferenz: die Sängerin Nazanin Afshin-Jam ("Miss Canada"), die Informatikerin und ARTEMIS e. V.-Gründerin Mahin Arjomand, Opernsängerin Nazila Bawandi sowie die Berliner Schauspielerin und Sängerin Jasmin Tabatabai. - Ihr Thema: "Frauen und Kinder im Iran: Eine Menschenrechts-Tragödie". Was kann Deutschland gegen diese Tragödie tun?

In ihren bündigen Statements schilderten die vier gebürtigen Iranerinnen, wie dramatisch reduziert sich die rechtliche Situation für die Zivilbevölkerung und Frauen sowie Kinder im Besonderen derzeit darstellt. (Audiozitate im Anschluss des Textes.) Ein militärisches Engagement im Iran hielten dagegen alle vier Iranerinnen als wenig konstruktiv und sogar für gefährlich. Opernsängerin Nazila Bawandi wandte ein: "Ein Angriff auf den Iran würde die Mullahs noch viel stärker machen."

'berlinkriminell.de' möchte an dieser Stelle das Anliegen von Jasmin Tabatabai herausstreichen, die sich gegen die Abschiebung einer in Berlin lebenden, lesbischen Iranerin stark macht. Der unter dem Pseudonym "Yasmin K." bekannten, 31-jährigen Frau droht im Iran die Steinigung. Die Berliner Behörden wünschen, die junge Frau dennoch abzuschieben. Wenn die Verhandlung in der Sache "Yasmin K." heute (am 19. Sept. 2007) wider Erwarten scheitert, gibt es nur noch einen Rettungsanker: die Härtefallkommission.
Berliner Verwaltungsgericht, "Yasmin K." (PM 24/2007, 27.09.2007)


Die Sängerin Nazanin Afshin-Jam tritt engagiert gegen die Hinrichtung von Kindern im Iran auf und konnte in einer dramatischen Aktion eine 17-jährige Iranerin vor der Hinrichtung bewahren. Das Mädchen hatte in Notwehr im März 2005 einen der drei Männer erstochen, die sie und ihre Nichte vergewaltigen wollten und war daraufhin zum Tode verurteilt worden. Nazanin Afshin-Jam zu der derzeitigen Lage im Iran:

 


Mahin Arjomand nennt die Fakten: In den letzten acht Monaten wurden 153 Menschen hingerichtet, 181 zum Tode verurteilt, davon 71 unter 18 Jahre alt, ein Mann wurde gesteinigt, acht Frauen stehen auf der Warteliste der Steinigung.
Festgenommen und verurteilt wurden:
Mahin Arjomand bittet:

 


Die iranische Opernsängerin Nazila Bawandi erklärt, warum ein Mädchen, das vor der Hinrichtung noch Jungfrau ist, im Iran zunächst vergewaltigt
wird:
Nazila Bawandi unterstützt Frauen, die im Untergrund arbeiten unter anderem durch Benefizveranstaltun-
gen. aber:

 


Die Schauspielerin Jasmin Tabatabai versucht, als Künstlerin ein differenzierteres Bild vom Iran zu vermitteln und ist enttäuscht über die Unkenntnis der Lage im Iran selbst unter ihren deutschen Freunden.
Was sie besonders irritiert:
Jasmin Tabatabai engagiert sich für "Yasmin K."
Die Schauspielerin, die in dem Film "Die fremde Haut" eine homosexuelle Iranerin spielt, über
Homosexualität im Iran:
Jasmin Tabatabai sagt über "Yasmin K.": "Diese Frau darf nicht abgeschoben werden. Sie geht in den sicheren Tod."

 


Bundestagspräsidentin a. D. Prof. Dr. Süssmuth: "Krieg ist keine Option..."

 



Sängerin Nazanin Afshin-Jam


Informatikerin und ARTEMIS-Gründerin Mahin Arjomand


Opernsängerin Nazila Bawandi


Berliner Schauspielerin Jasmin Tabatabai


Bundestagsprä-
sidentin a. D. Prof. Dr. Rita Süssmuth

 


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