Das Königreich Schweden ist seit 1995 Mitglied der Europäischen Union,
mithin gilt in Schweden europäisches Recht. Sowohl im Anhang II der
Berner Konvention von 1979, als auch im Anhang II der
Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie 92/43/EWG des Rates (21. Mai 1992) ist
der Wolf, Canis lupus als streng geschützte Art aufgeführt. Ausnahmen
für das Königreich Schweden bestehen nicht!

Die derzeitige
schwedische Wolfspopulation von etwa 240 Tieren geht
auf einige wenige
(3) aus Finnland eingewanderte Exemplare zurück,
verfügt also über eine sehr enge, zu enge genetische Basis:
Inzuchtdepression, die zu feststellbaren Schäden an Herz und Nieren
bestimmter Individuen führten. Doch laut eines 2007 veröffentlichten
Berichtes steht fest: "Wölfe kommen mit Inzucht besser klar als
erwartet. Natürliche Auslese hat die genetische Vielfalt begünstigt.
Frühere Methoden Inzucht festzustellen wurden erweitert und dabei
wurde festgestellt, dass der negativ Trend sich langsamer fortgesetzt
hat, als ursprünglich angenommen." (Veröffentlicht in PLoS ONE:"Selektion von Heterozygosität gibt Hoffnung für die Population
freilebender Inzucht-Wölfe. Autoren Staffan Bensch, Henrik Andrén,
Bengt Hansson, Hans Chr. Pedersen, Håkan Sand, Douglas Sejberg,
Petter Wabakken, Mikael Åkesson and Olof Liberg)
Um der genetischen Verarmung innerhalb der schwedischen
Wolfspopulation entgegenzuwirken, wurden von politischer Seite und
von der Naturschutzadministration zwei völlig konträre Maßnahmen
vorgeschlagen:
A) Zum einen wurde in Aussicht gestellt, etwa 20 Wölfe aus genetisch
unverdächtigen außerschwedischen Populationen zu importieren, um auf diese Weise eine genetische Vielfalt des schwedischen Bestandes zu
erhöhen. Bewertung: Da Wölfe in fester Paarbindung leben, benötigt eine
derartige "Genauffrischung" einen sehr langen Zeitraum, könnte mit
etwas Glück jedoch gelingen. Wissenschaftliches Monitoring der
Ansiedelung und Überwachung ist jedoch hoch kompliziert und aufwendig.
B) Reduzierung des gegenwärtigen Wolfsbestandes um mindestens 27
Exemplare, d. h. Abschuss dieser Wölfe im Rahmen einer Lizenz-Jagd. Bewertung: Welchen Effekt diese Methode auf das nzuchtgeschehen
innerhalb der schwedischen Wolfspopulation bewirken könnte, bleibt
unerklärlich. Es sei denn, wirklich erfahrene und verantwortungsvolle
Einzeljäger würden offensichtlich kranke, d. h. durch Inzuchtdepression gezeichnete Tiere gezielt töten.
Aber selbst eine derart streng regulierte Entnahme von Wölfen
bedeutete einen klaren Verstoß gegen bestehendes europäisches Recht,
dem auch das Königreich Schweden unterworfen ist.
Eine Kombination der Methoden A) und B) ergibt keinerlei Sinn. Allein
Methode A), eine genetische Auffrischung der schwedischen
Wolfspopulation, verspricht langfristig einigermaßen Erfolg.
Was in der ersten Januarwoche 2010 in schwedischen Wäldern geschah, ist
unvorstellbar: Ein politischer, ein naturschützerischer Skandal,
obendrein noch ein massiver Verstoß gegen die Grundprinzipien des
Tierschutzes! Aus populistischen Gründen hatte die schwedische
Regierung landesweit den Abschuss von 27 Wölfen erlaubt: Angeblich um
Inzuchtprobleme der kleinen Wolfspopulation zu bekämpfen und um die
Akzeptanz des Wolfes bei der Bevölkerung zu erhöhen.
Die Milchmädchenrechnung der Regierung und der Reichstagsabgeordneten
lautete:
Maximal 20 Rudel = 210 Wölfe = hohe Akzeptanz oder, umgekehrt,
mehr Rudel = mehr Wölfe = Akzeptanz geht gegen Null.
Fürwahr eine populistische Algebra!
Es ist ein Unding, dass Abschusslizenzen an mehr als 12.000 Jäger
verteilt wurden, um 27 Wölfe abzuschießen. Jäger, denen es vielfach an
Erfahrung, Disziplin und Treffsicherheit mangelte.
Bei dieser so genannten Jagd, die eher einer gnadenlosen Hinrichtung
glich, wurde fast ein Drittel der Tiere "nur" verwundet, erhielt oft
erst nach Stunden erbärmlichen Leidens den tödlichen Schuss. Zwei der
verletzten Wölfe waren auch mehr als zwei Tage nach dem Beschuss noch
nicht zur Strecke gebracht/getötet worden. Eine weitere
Meisterleistung: Beide Elterntiere eines Rudels wurden getötet; das
Schicksal der acht Monate alten Welpen ist ungewiss. Was sich in diesen wenigen Januartagen in Schweden abspielte, war ein
bisher nicht vorstellbares kulturelles Desaster. Wir Europäer fordern
von Staaten, deren wirtschaftliche Situation wirklich prekär ist, dass
sie ihre Wildtiere, darunter für den Menschen durchaus gefährliche
Arten, unbedingt erhalten. Und ein hoch zivilisiertes, ein reiches
Land veranstaltet eine brutale Schlacht gegen eine Tierart, die keines
Schweden Existenz bedroht. Fürwahr eine Schande für ein europäisches
Land, das bisher Vorbildfunktion besaß!
Die Unterzeichner protestieren vehement gegen das, was in Schweden
geschah. Wir werden weiterhin die Situation der Beutegreifer in
Schweden sehr kritisch beobachten: denn auch Vielfraß (Volverine,
Gulo gulo) und Nordluchs (Lynx, Lynx lynx) sind nach europäischem
Recht streng geschützt.
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1. Barbara Geiger, Berlin (email) (Mitinitiatorin)
2. Carsta Zimmermann, Berlin (email)
3. Barbara Keller, Berlin (email)
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Kopieren Sie die Webseite und schicken Sie sie per Email an die unten genannten Ansprechpartner! Oder/und lassen Sie sich hier eintragen! kontakt...
www.sweden.gov.se
Umweltministerium - Andreas Carlgreen
Värmland län
varmland@lansstyrelsen.se
Lars Furuholm, zuständig für große Beutegreifer
Eva Eriksson, Gouverneurin
Bjorn Sandborgh, Leiter der Administration
Dalarnas län
dalarna@lansstyrelsen.se
Maria Norrfalk, Gouverneurin
Stig-Ake Svenson, Naturschutzleiter
Per-Erik Sandberg, Umweltschutz
Västra Götalands län
vastragotaland@lansstyrelsen.se
Lars Bäckström, Gouverneur
Goran Bengtsson, Generaldirektor
orebro@lansstyrelsen.se
Rose-Marie Frebran, Gouverneurin
Kjell Unevik, Generaldirektor
Maria Johansson, Umweltkoordination
Gävleborg län
gavleborg@lansstyrelsen.se
Barbro Holenberg, Gourverneurin
Olof Rydberg, Generaldirektor
Stefan Henriksson, Leiter Ref. Naturschutz
www.jagareforbundet.se/en/Jagareforbundet/Svenska-Jagareforbundets-Styrelse
Torsten.morner@jagareforbundet.se